Rettungsringe in Erlangen

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Übergabe eines Rettungsrings an OB Dr. Florian Janik (rechts) durch Martin Hoheisel im Beisein von Franziska Vogler (Stellvertretende Vorsitzende von EFIE, Mitte) und Mitgliedern von Amnesty.

 

In den letzten Tagen und Wochen war Corona das alles beherrschende Thema. Daneben wurde über Rassismus und ein bisschen über den Klimawandel geredet, aber das Schicksal geflüchteter Menschen ist völlig aus dem Blickfeld geraten.

Die Lage in den Lagern in Griechenland ist katastrophal, die verfügbaren Kapazitäten sind vielfach überbelegt und angesichts der Corona-Pandemie einfach untragbar. Abstand halten ist bei der Menge von Menschen unmöglich, Hände waschen scheitert an mangelnder Seife und Wasser, Masken fehlen. Dies kann jederzeit zu einem massiven Corona-Ausbruch führen.

Von den 1.600 besonders schutzbedürftigen Menschen, deren rasche Umverteilung Anfang des Jahres geplant war, sind bisher gerade einmal 150 Menschen in einigen europäischen Ländern aufgenommen worden. Das ist eine Bankrotterklärung für den gemeinsamen Flüchtlingsschutz in Europa.

Der Erlanger Stadtrat hat schon 2018 beschlossen, dass die Stadt Erlangen bereit ist, aus Seenot gerettete Flüchtlinge aufzunehmen. Nach Auskunft von OB Dr. Janik werden aber gar keine Flüchtlinge nach Erlangen verteilt.

Anstatt Menschen in Not zu helfen, schottet sich Europa immer mehr ab. Kinder, Frauen und Männer stranden an den Grenzen Europas oder ertrinken auf dem Weg dorthin. Es wird immer schwieriger für geflüchtete Menschen Schutz zu finden. Doch wer sich für die Rechte von Flüchtlingen und Migrant_innen einsetzt, gerät schnell ins Fadenkreuz von Ermittler_innen.

Die ehrenamtliche Besatzung der Iuventa hat im Mittelmeer mehr als 14.000 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. Gegen 10 ehemalige Besatzungsmitglieder wird inzwischen ermittelt und ihnen drohen hohe Strafen. Menschen dürfen nicht bestraft werden, weil sie geflüchteten Menschen geholfen haben. Jedes Leben muss gerettet werden, egal wo.

Die Rettungsringe sollen daran erinnern, dass wir die Flüchtlinge nicht allein lassen wollen. Auch in Zeiten, in denen Corona das alles dominierende Thema ist, dürfen die Flüchtlinge, insbesondere im Mittelmeer, nicht in Vergessenheit geraten.

Ein Rettungsring wurde an Erlangens Oberbürgermeister Dr. Florian Janik durch Martin Hoheisel im Beisein von Franziska Vogler (Stellvertretende Vorsitzende von EFIE) und Mitgliedern von Amnesty übergeben. Weitere Rettungsringe hängen z.B. am Bürgertreff Die Villa, an der Evangelischen Studierendengemeinde ESG, im Kreuz+Quer Haus der Kirche, an der Johanneskirche, an der Erlöserkirche, an einem Privathaus in der Marquardsenstraße (wird fortgesetzt).

Bürgertreff Die Villa (vorne)

Bürgertreff Die Villa (hinten)

Evangelische Studierendengemeinde ESG

Kreuz und quer / Haus der Kirche 

Johanneskirche

Erlöserkirche

Marquardsenstraße

   

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Übergabe eines Rettungsrings für die Volkshochschule Erlangen an Markus Bassenhorst (Leiter der VHS), Dr. Dunja Schneider und Dr. Elisabeth Preuß durch Martin Hoheisel (Mitte) und Mitgliedern von Amnesty (von rechts).

 

 

3. August 2020