41. Erlanger Poetenfest – Freiheit für inhaftierte Deutsch-Iranerin Nahid Taghavi

Am 4. August 2021 wurde Nahid Taghavi von einem iranischen Gericht zu zehn Jahren Haft wegen der angeblichen Beteiligung an einer „illegalen Gruppierung“ verurteilt sowie zu acht Monaten wegen „Propaganda gegen den Staat“. Zusammen mit Taghavi wurde auch der britisch-iranische Arbeitsrechtsaktivist Mehran Raoof verurteilt, er erhielt dasselbe Strafmaß wie Taghavi.
Der Gesundheitszustand der im Iran inhaftierten Nahid Taghavi ist schlecht. Ende Juli war bekannt geworden, dass sich die 66-jährige mit dem Coronavirus angesteckt hatte. Amnesty International fordert, dass ihr sofort Hafturlaub gewährt wird, um sie angemessen medizinisch versorgen zu können.
Die monatelange Einzelhaft und die Ungewissheit haben bei Nahid Taghavi Spuren hinterlassen. Ihr Gesundheitszustand hat sich in den vergangenen Wochen verschlechtert. Ende Juli hatte sich die 66-Jährige in Haft mit dem Coronavirus angesteckt, sie befindet sich derzeit auf der Quarantäne-Station des Evin-Gefängnisses. Nahid Taghavi leidet außerdem an Diabetes und Bluthochdruck.
„Nahid Taghavi braucht jetzt eine angemessene medizinische Behandlung und muss sofort in den Hafturlaub entlassen werden“, sagt Katja Müller-Fahlbusch, MENA-Expertin bei Amnesty International in Deutschland. „Nach Monaten der Einzelhaft, dem hochgradig unfairen Gerichtsverfahren und dem schockierenden Urteil Anfang August leidet Nahid Taghavi nicht nur physisch, sondern auch psychisch enorm unter der Gesamtsituation.“

Informationsstand auf dem 41. Erlanger Poetenfest

Anlässlich des 41. Erlanger Poetenfests hatten wir einen Informationsstand, um auf das Schicksal von Nahid Taghavi hinzuweisen und Unterschriften für ihre Freilassung zu sammeln.

 

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